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DasSternzeichen
Aquarell-Symbol des Sternzeichens Stier

Sternzeichen Stier

Das Sternbild Stier: Aldebaran, Plejaden und der Mythos von Europa

Zeitraum
21. April – 20. Mai
Element
Erde
Qualität
fix
Planet
Venus

Sternbild und Sternzeichen: der Unterschied

Das Tierkreiszeichen Stier umfasst in der westlichen Astrologie die Zeit vom 21. April bis 20. Mai und ist ein gleich großer Abschnitt der Ekliptik. Das Sternbild Stier dagegen ist eine Gruppe echter Sterne am Himmel mit eigenen, unterschiedlich großen Grenzen.

Durch die langsame Kreiselbewegung der Erdachse, die Präzession, haben sich Zeichen und Sternbilder über die Jahrhunderte gegeneinander verschoben. Die Sonne steht heute astronomisch etwa von Mitte Mai bis in den Juni hinein vor dem Sternbild Stier.

Aldebaran: das rote Auge des Stiers

Der hellste Stern des Sternbilds heißt Aldebaran und trägt die Bezeichnung Alpha Tauri. Er gehört zu den hellsten Sternen am Nachthimmel und fällt durch seine orangerote Farbe auf. Traditionell markiert er das Auge des Stiers.

Aldebaran ist ein Roter Riese, ein Stern in einer späten Lebensphase, der sich stark aufgebläht hat. Er ist rund 65 Lichtjahre von uns entfernt. Weil er nahe der Ekliptik liegt, kann der Mond ihn gelegentlich bedecken – ein schönes Schauspiel für alle mit Fernglas.

Die Hyaden: das V im Gesicht

Rund um Aldebaran bilden mehrere Sterne die Form eines liegenden V. Das ist der Sternhaufen der Hyaden, der Kopf des Stiers. Mit etwa 150 Lichtjahren Entfernung gehört er zu den nächstgelegenen offenen Sternhaufen überhaupt.

Interessant: Aldebaran sieht aus, als gehöre er dazu, steht aber deutlich näher bei uns und liegt nur zufällig in derselben Blickrichtung. In der griechischen Sage galten die Hyaden als Töchter des Titanen Atlas, die mit Regen in Verbindung gebracht wurden.

Die Plejaden: das Siebengestirn

Etwas nordwestlich von Aldebaran liegt ein kleines, funkelndes Sternhäufchen: die Plejaden, auch Siebengestirn oder Messier 45 genannt. Mit bloßem Auge erkennen die meisten Menschen sechs bis sieben Sterne, im Fernglas werden es deutlich mehr.

Die Plejaden liegen rund 440 Lichtjahre entfernt und bestehen aus jungen, heißen, bläulich leuchtenden Sternen. In der Mythologie waren auch sie Töchter des Atlas, also Schwestern der Hyaden. Viele Kulturen weltweit haben eigene Geschichten über dieses auffällige Sternhäufchen erzählt.

Der Mythos von Zeus und Europa

Die bekannteste Geschichte zum Sternbild stammt aus der griechischen Mythologie. Zeus verliebte sich in die phönizische Königstochter Europa. Er verwandelte sich in einen prachtvollen weißen Stier und mischte sich unter die Herde ihres Vaters.

Europa fasste Vertrauen, streichelte das Tier und setzte sich auf seinen Rücken. Da stürmte der Stier ins Meer und schwamm mit ihr bis nach Kreta. Der Sage nach erinnert das Sternbild an diese Verwandlung. Übrigens zeigt der Himmel nur die vordere Hälfte des Stiers, als tauche er gerade aus den Wellen auf.

So findest du den Stier am Himmel

Die beste Zeit ist von Spätherbst bis zum frühen Frühjahr am Abendhimmel. Ein guter Wegweiser ist der Orion: Verlängere die drei Gürtelsterne nach rechts oben, und du landest bei Aldebaran. Von dort führt der Blick weiter zu den Plejaden.

Die Spitzen der Hörner markieren die Sterne Elnath und Zeta Tauri. In der Nähe von Zeta Tauri liegt der Krebsnebel, der Überrest einer Sternexplosion, die chinesische Astronomen im elften Jahrhundert als neuen Stern am Himmel beschrieben. Für ihn brauchst du allerdings ein Teleskop und einen dunklen Himmel.

Häufige Fragen

Wann sieht man das Sternbild Stier?

In Mitteleuropa ist es vor allem von Spätherbst bis zum frühen Frühjahr am Abendhimmel gut zu sehen. Im Sommer steht es zu nah an der Sonne und ist nachts kaum beobachtbar.

Wie heißt der hellste Stern im Stier?

Der hellste Stern ist Aldebaran, ein orangeroter Riesenstern, der rund 65 Lichtjahre entfernt ist. Er bildet das Auge des Stiers und ist mit bloßem Auge leicht zu finden.

Gehören die Plejaden zum Sternbild Stier?

Ja, die Plejaden liegen innerhalb der Grenzen des Sternbilds Stier. Sie bilden einen eigenen offenen Sternhaufen, der deutlich weiter entfernt ist als Aldebaran und die Hyaden.